Selbstwahrnehmung
Wenn ein Patient medizinische Hilfe zur Behandlung von Mundgeruch sucht, obwohl er in Wirklichkeit nicht an Mundgeruch leidet, ist es oft schwierig, ihn davon zu überzeugen.
Dank unserer Erfahrung am Institut für Atem- und Mundgesundheit konnten wir Fälle von Patienten beobachten, die eine Behandlung gegen Mundgeruch suchten und angaben, dass zwischen der eigenen Wahrnehmung von Mundgeruch und dem tatsächlichen Vorhandensein eines unangenehmen Geruchs nur ein geringer oder gar kein Zusammenhang bestehe.
Mangel an Objektivität
Diese Feststellung wird auch durch epidemiologische Studien an großen Bevölkerungsstichproben bestätigt. Umfragen unter Tausenden von Personen zu ihrer Selbstwahrnehmung von Mundgeruch, gefolgt von Atemtests (mittels Geräten zur Messung der VOC-Konzentration sowie organoleptischen Tests der Ausatemluft durch „Geruchsrichter/-bewerter“), haben statistisch nachgewiesen, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen beiden besteht.
Tatsächlich haben viele Menschen das Gefühl, unter Mundgeruch zu leiden, obwohl dies nicht der Fall ist. Andererseits nehmen Menschen, die tatsächlich unter Mundgeruch leiden, diesen aufgrund von Geruchsermüdung (Gewöhnung an den eigenen Geruch) meist nicht wahr. Entgegen der landläufigen Meinung wird immer deutlicher, dass die Selbsteinschätzung von Mundgeruch kaum objektiv ist.
Die Selbsteinschätzung von Mundgeruch sollte daher weder von Patienten (um falsche Schlussfolgerungen über den eigenen Atem zu vermeiden) noch von medizinischen Fachkräften (bei der Festlegung des Behandlungsprotokolls) als Diagnosemethode herangezogen werden. Zu diesen Faktoren, die zu einer geringen diagnostischen Zuverlässigkeit führen, kommen weitere hinzu, wie beispielsweise bestimmte psychologische oder psychiatrische Zustände, die die Selbstwahrnehmung einer Person beeinflussen können oder sogar ihre Vorstellung davon, wie ihr Umfeld ihren Atem wahrnimmt (Halitosis neuropsychologischen Ursprungs).
Der Begriff
Sprechen wir offen über Mundgeruch, um die von Wissenschaftlern verwendete Terminologie besser zu verstehen und uns mit ihr vertraut zu machen.
1. Was ist Halitosis?
2. Psychologische und soziale Folgen
3. Mundgeruch im Laufe der Zeit – eine Geschichte
Die Ursachen
Entdecken wir die über 80 möglichen Ursachen für Mundgeruch, basierend auf den neuesten internationalen Forschungsergebnissen.
1. Die Verbindungen, die für den schlechten Geruch verantwortlich sind
2. Die Ursachen für Halitosis oder Mundgeruch
2.1 Ursachen im Mundraum
2.2 Ursachen in den Atemwegen
2.3 Ursachen im Verdauungstrakt
2.4 Systemische, ernährungsbedingte und lebensstilbedingte Ursachen
2.5 Neuropsychologische Ursachen
Die Diagnose
Identifizieren wir die wirksamsten klinischen Verfahren für eine genaue Diagnose der Ursachen von Mundgeruch, um die beste Behandlung auszuwählen.
1. Diagnosemethoden
1.1 Selbstwahrnehmung
1.2 Organoleptische Geruchstests
1.3 Messung der in der Atemluft enthaltenen gasförmigen Substanzen
1.4 Laboranalysen
2. Psychologische Tests
3. Begleitende Anzeichen und Faktoren