Was ist Halitosis?

Halitosis (umgangssprachlich „Mundgeruch“) ist ein medizinischer Begriff, der verwendet wird, um jeden unangenehmen Geruch in der durch Mund oder Nase ausgeatmeten Luft zu beschreiben. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „halitus“ (ausgeatmete Luft) und vom griechischen „osis“ (pathologische Veränderung) ab.

In der heutigen Gesellschaft gewinnen das eigene Erscheinungsbild und zwischenmenschliche Beziehungen zunehmend an Bedeutung. Wenn uns ein Geruchsreiz unangenehm ist, verbinden wir ihn mit einem unschönen Erscheinungsbild und empfinden ihn als störend. In den Vereinigten Staaten ist Mundgeruch der dritthäufigste Grund für einen Zahnarztbesuch, noch vor Karies und Parodontitis.

Obwohl viele Menschen Mundgeruch mit einem körperlichen Problem in Verbindung bringen, machen sich die meisten Betroffenen eher Sorgen um die sozialen Folgen der Halitosis als um ihre körperlichen Auswirkungen. Tatsächlich hat das Bewusstsein der Betroffenen für dieses Problem sehr oft erhebliche psychologische Auswirkungen, die von moderaten Beeinträchtigungen bis hin zu einem allgemeinen Ungleichgewicht reichen können, das das Leben des Patienten stark beeinträchtigt.

Terminologie

Mundgeruch wird im Allgemeinen in zwei Gruppen unterteilt, je nachdem, ob er von der Umgebung wahrgenommen wird oder nicht. Es ist anzumerken, dass die meisten Erwachsenen beim Aufwachen unter echtem Mundgeruch leiden, obwohl dieser in die Kategorie des vorübergehenden Mundgeruchs eingeordnet wird. Vorübergehender Mundgeruch ist ein vorübergehendes Problem, das auf einen verminderten Speichelfluss und längeres Fasten während der Schlafphase zurückgeführt wird. Diese Art von Mundgeruch tritt auch nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel wie Knoblauch und Zwiebeln auf.

Echter Mundgeruch

Es handelt sich um einen eindeutig erkennbaren Mundgeruch, d. h. einen offensichtlichen, unangenehmen Geruch, der über das gesellschaftlich akzeptable Maß hinausgeht. Er lässt sich sowohl durch organoleptische Tests (mit der Nase) als auch durch physikalisch-chemische Untersuchungen feststellen.

Anhaltender Mundgeruch

Es ist der pathologische oder chronische Mundgeruch, der offensichtliche Auswirkungen auf das „normale“ Leben der Patienten hat. Diese Erkrankung lässt sich nicht durch übliche Hygienemaßnahmen beseitigen und erfordert ein spezifisches, auf der Diagnose basierendes Behandlungsprotokoll. Die primäre Ursache dieser Mundgeruchserkrankung kann oral (Mundhöhle oder hinterer Teil der Zunge) oder extraoral (Atmungsorgane, Verdauungstrakt, systemische Veränderungen usw.) sein.

Eingebildeter Mundgeruch

Auch als Pseudo-Halitosis bezeichnet, handelt es sich hierbei um eine Situation, in der streng genommen kein Mundgeruch vorliegt, der Patient sich jedoch ständig über seinen Mundgeruch beschwert, den er aufgrund seiner Selbstwahrnehmung zu riechen glaubt. Dies kann manchmal zu zwanghaftem Verhalten führen (in diesem Fall spricht man von „Halitophobie“), wenn der Patient weiterhin davon überzeugt ist, an Mundgeruch zu leiden, obwohl er sich einer medizinischen Behandlung unterzogen hat, die den tatsächlichen Mundgeruch beseitigt hat, oder obwohl ihm sein Umfeld versichert hat, dass er keinen Mundgeruch hat (in diesem Fall spricht man von „Pseudo-Halitosis“).

Vorübergehender Mundgeruch

Sie ist als physiologischer, sporadischer oder morgendlicher Mundgeruch bekannt. Es handelt sich um eine Form von Mundgeruch, deren Ursache in der Regel im hinteren Bereich der Zunge liegt und die keiner medizinischen Behandlung bedarf. In diesem Fall geht es eher um das Wohlbefinden als um medizinische Aspekte.

Epidemiologische Daten

Mundgeruch ist ein in der Bevölkerung weit verbreitetes Problem, das jeden betreffen kann, unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder sozioökonomischem Status. Zur Ermittlung der Prävalenz von Mundgeruch werden verschiedene Methoden angewendet.

Epidemiologische Studien, die eine fundiertere Analyse ermöglichen, d. h. eine zuverlässigere Schätzung der Prävalenz von Mundgeruch in einer bestimmten Population liefern, sind solche, bei denen mehrere Methoden kombiniert werden.

Eine vom Institut für Mundhygiene in Spanien und Portugal durchgeführte Studie bezog die die vier oben beschriebenen Methoden und konnte nachweisen, dass in diesen beiden Ländern, Die Prävalenz von anhaltendem Mundgeruch entspricht in etwa derjenigen der Weltbevölkerung, nämlich etwa 30 %. Diese Studie zeigt zudem, dass Mundgeruch in Spanien und Portugal Frauen und Männer jeden Alters und jeder sozioökonomischen Schicht gleichermaßen betrifft.

Der Begriff

Sprechen wir offen über Mundgeruch, um die von Wissenschaftlern verwendete Terminologie besser zu verstehen und uns mit ihr vertraut zu machen.

1. Was ist Halitosis?
2. Psychologische und soziale Folgen
3. Mundgeruch im Laufe der Zeit – eine Geschichte

Die Diagnose

Identifizieren wir die wirksamsten klinischen Verfahren für eine genaue Diagnose der Ursachen von Mundgeruch, um die beste Behandlung auszuwählen.

1. Diagnosemethoden
1.1 Selbstwahrnehmung
1.2 Organoleptische Geruchstests
1.3 Messung der in der Atemluft enthaltenen gasförmigen Substanzen
1.4 Laboranalysen
2. Psychologische Tests
3. Begleitende Anzeichen und Faktoren