Olfaktorische sensorische Prüfungen
Die Messung des Mundgeruchs einer Person mithilfe des Geruchssinns von „Prüfern“ oder menschlichen Bewertern ist eine in epidemiologischen Studien weit verbreitete Methode. Die „Bewerter“ müssen zuvor getestet (Bestätigung ihrer Fähigkeit, Gerüche wahrzunehmen), geschult (korrekte Anwendung einer Bewertungsskala) und „kalibriert“ werden (ähnliche Werte zwischen verschiedenen „Bewertern“). Die Bewertungen müssen mit einem Mindestabstand von fünf Minuten zwischen den einzelnen Untersuchungen und von mehreren Juroren durchgeführt werden. Eine nachträgliche statistische Analyse muss die Korrelation (z. B. mit dem Spearman-Test) und die Übereinstimmung (z. B. mit dem Kappa-Index) zwischen den Messungen der verschiedenen „Juroren“ überprüfen. Die untersuchten Personen müssen zudem darüber informiert werden, dass sie in den zwei Stunden vor der Untersuchung weder essen, trinken, rauchen, sich die Zähne putzen noch Mundspülungen verwenden dürfen, um mögliche Störfaktoren besser kontrollieren zu können.
Die „Richter“ (Bewerter) des Atems
Allerdings können bestimmte psychologische und physiologische Faktoren die organoleptischen Bewertungen beeinflussen (zum Beispiel Fasten, der Menstruationszyklus, die Kopfhaltung oder auch die mögliche Interpretation bestimmter Verhaltensweisen oder die Erwartungen des Patienten). Das Riechen ist ein Vorgang, der sich nur schwer zuverlässig reproduzieren lässt, da er ausschließlich auf einem kurzen und schnellen Einatmen beruht.
Die organoleptische Untersuchung ist eine einfache und gängige Methode, um festzustellen, ob Mundgeruch vorliegt. Sie ermöglicht jedoch kaum eine ursächliche Diagnose, auch wenn besser geschulte „Prüfer“ ein feineres Gespür für das Spektrum der Gerüche und deren Qualität entwickeln können. Eine der am häufigsten verwendeten Techniken besteht darin, einen Plastikschlauch in den Mund des Patienten zu führen, um zu verhindern, dass die ausgeatmete Luft im Raum verteilt wird. Während der Patient langsam in den Schlauch bläst, bewertet der Untersucher den Geruch am anderen Ende des Schlauchs. Da dies für beide Seiten (Untersucher und Untersuchten) eine ziemlich peinliche Situation ist, wird in der Regel eine undurchsichtige Sichtschutzwand zwischen den beiden Personen aufgestellt (mit einer Öffnung für den Schlauch), damit kein Blickkontakt zwischen ihnen entsteht. Der Nasengeruch kann auch gemessen werden, indem ein Schlauch in eines der Nasenlöcher eingeführt wird, während das andere mit einem Finger verschlossen wird.
Tatsächlich sind sowohl die Zuverlässigkeit als auch die Reproduzierbarkeit dieser Methode problematisch. Wird die Messung von verschiedenen „Bewertern“ durchgeführt, ist die Zuverlässigkeit höher. Was die Übereinstimmung zwischen den Bewertern betrifft, so lässt sich diese durch eine Standardisierung des Geruchssinns verbessern, indem ein Set mit Lösungen verschiedener Gerüche verwendet wird (z. B. das T&T Olfactometer). Es ist zudem sehr wichtig, dass die Patienten vor der Untersuchung die folgenden Anweisungen befolgen: auf Mundhygiene, Rauchen, die Einnahme von Antibiotika sowie den Verzehr von Knoblauch, Zwiebeln oder Gewürzen verzichten. Zudem erhöht sich die Übereinstimmung zwischen den „Bewertern“, wenn auch diese vor den organoleptischen Tests auf den Konsum von Kaffee und Tee, das Rauchen sowie die Verwendung von duftenden Kosmetikprodukten verzichten.
Derzeit werden organoleptische Tests immer seltener durchgeführt. Dies lässt sich zum einen auf die Entwicklung neuer Technologien zurückführen, mit denen sich die im Atem vorhandenen Verbindungen identifizieren und messen lassen, und zum anderen auf das Unbehagen, das sowohl beim Patienten als auch beim medizinischen Fachpersonal bei dieser Art von Tests auftritt.
Der Begriff
Sprechen wir offen über Mundgeruch, um die von Wissenschaftlern verwendete Terminologie besser zu verstehen und uns mit ihr vertraut zu machen.
1. Was ist Halitosis?
2. Psychologische und soziale Folgen
3. Mundgeruch im Laufe der Zeit – eine Geschichte
Die Ursachen
Entdecken wir die über 80 möglichen Ursachen für Mundgeruch, basierend auf den neuesten internationalen Forschungsergebnissen.
1. Die Verbindungen, die für den schlechten Geruch verantwortlich sind
2. Die Ursachen für Halitosis oder Mundgeruch
2.1 Ursachen im Mundraum
2.2 Ursachen in den Atemwegen
2.3 Ursachen im Verdauungstrakt
2.4 Systemische, ernährungsbedingte und lebensstilbedingte Ursachen
2.5 Neuropsychologische Ursachen
Die Diagnose
Identifizieren wir die wirksamsten klinischen Verfahren für eine genaue Diagnose der Ursachen von Mundgeruch, um die beste Behandlung auszuwählen.
1. Diagnosemethoden
1.1 Selbstwahrnehmung
1.2 Organoleptische Geruchstests
1.3 Messung der in der Atemluft enthaltenen gasförmigen Substanzen
1.4 Laboranalysen
2. Psychologische Tests
3. Begleitende Anzeichen und Faktoren