Mundgeruch im Laufe der Zeit – Geschichte

Halitosis als streng medizinischer Begriff wurde vor knapp 200 Jahren beschrieben. Allerdings gehört sie zu den ältesten und problematischsten Erkrankungen, die wir kennen, wenn man ihre starken sozialen Auswirkungen berücksichtigt.

Berichte über Mundgeruch reichen bis in die Antike zurück. Es handelt sich dabei weniger um medizinische Aspekte (Ursachen, Diagnose und Behandlung) als vielmehr um soziologische Aspekte wie Tabus, zwischenmenschliche (oder sogar emotionale) Aspekte, Fragen des Bürgersinns und der Religion … All diese Hinweise finden sich in den unterschiedlichsten Literaturquellen und sagen viel über die verschiedenen Kulturen aus.

Die Halitosis in Geschichte und Religion

Der Dramatiker Tito Mácio Plauto (230-180 v. Chr.) erwähnt Mundgeruch als Grund für eheliche Verachtung (wir befinden uns in der vorimperialen Zeit der römischen Republik) anhand einer Figur, die den Mundgeruch seiner Frau öffentlich kritisiert: „Ich würde lieber Abwasser trinken, als meine Frau zu küssen .“ In bestimmten kulturellen Kontexten kann Mundgeruch entscheidende Folgen haben. Der Talmud (jüdische Schrift mit zivilen und religiösen Gesetzen) enthält mehr als 2000 Jahre alte Aufzeichnungen, die besagen, dass ein Ehevertrag (Ketubah) rechtlich für ungültig erklärt werden kann, wenn einer der Ehepartner unter Mundgeruch leidet. Da die aktuellen Scheidungsgesetze im Staat Israel auf religiösen Normen basieren, kann Mundgeruch auch heute noch als triftiger Grund für die gerichtliche Trennung eines Paares angesehen werden.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass der schlechte Atem Aufschluss über die psychologische und moralische Verfassung einer Person gibt. Hippokrates von Kos (460–377 v. Chr.), der als Vater der Medizin gilt, bestand darauf, dass alle jungen Menschen im antiken Griechenland einen guten Atem haben mussten. Er war ein Verfechter dieser Voraussetzung, da sie ein guter Indikator für die innere Sanftheit und Reinheit der Seele eines Menschen zu sein schien. Seine Entschlossenheit, diese Mission zu erfüllen, veranlasste ihn, die Rezeptur für ein aromatisches Elixier zu entwickeln, das einen angenehmen Atem garantierte und aus reinem Wein, Anis, Dillsamen und Myrte bestand.

Die islamische Theologie bezieht sich ebenfalls auf Mundgeruch und betont, wie wichtig es ist, während der Fastenzeit die Zähne mit einem „Miswak” (kleiner Holzstab) zu putzen, um Mundgeruch vorzubeugen. Die Bedeutung von frischem Atem scheint auch dann von Bedeutung zu sein, wenn dem Propheten Mohammed zugeschrieben wird, einen Gläubigen wegen seines starken Knoblauchgeruchs aus einer Moschee verwiesen zu haben.

Auch heute noch legen japanische buddhistische Mönche Wert auf eine gute Mundhygiene, einschließlich der Reinigung der Zunge, um Mundgeruch vor den ersten Morgengebeten zu vermeiden. Hindus, die den Mund als Eingangstor zum Körper betrachten, betonen ebenfalls die Bedeutung einer perfekten Mundhygiene, insbesondere vor den Gebeten.

Die ersten wissenschaftlichen Gesellschaften zum Thema Halitosis.

Aus medizinischer Sicht wurde Mundgeruch erstmals 1874 als klinisches Phänomen beschrieben (Howe). In den letzten drei Jahrzehnten jedoch haben sich die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu diesem Thema vervielfacht, und man begann, die Ursachen für Mundgeruch genauer zu identifizieren.

Das wachsende Interesse der wissenschaftlichen Gemeinschaft an dieser Erkrankung führte 1995 zur Gründung der ISBOR (International Society for Breath and Odor Research) und 2005 zur Gründung der IABR (International Association for Breath Research). Im Jahr 2007 gründeten die beiden Gesellschaften eine wissenschaftliche Zeitschrift, die sich speziell der Veröffentlichung von Forschungsarbeiten zum Thema Mundgeruch widmet: das Journal of Breath Research.

Der Begriff

Sprechen wir offen über Mundgeruch, um die von Wissenschaftlern verwendete Terminologie besser zu verstehen und uns mit ihr vertraut zu machen.

1. Was ist Halitosis?
2. Psychologische und soziale Folgen
3. Mundgeruch im Laufe der Zeit – eine Geschichte

Die Diagnose

Identifizieren wir die wirksamsten klinischen Verfahren für eine genaue Diagnose der Ursachen von Mundgeruch, um die beste Behandlung auszuwählen.

1. Diagnosemethoden
1.1 Selbstwahrnehmung
1.2 Organoleptische Geruchstests
1.3 Messung der in der Atemluft enthaltenen gasförmigen Substanzen
1.4 Laboranalysen
2. Psychologische Tests
3. Begleitende Anzeichen und Faktoren